Limburg

Nur wenigen Städten blieb, wie Limburg, das gesamte Ensemble mittelalterlicher Bebauung nahezu unversehrt erhalten. Deshalb steht der ehemals ummauerte Stadtkern zwischen St. Georgs-Dom (einstmals Stiftskirche in der Karolingischen Burg), Grabenstraße und der 600 Jahre alten steinernen Lahnbrücke als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Dom2 Domschatz Schloss Werner Senger Haus

Unsere Rahmenprogramme für Ihren Aufenthalt bieten Ihnen vielfältige Möglichkeiten, diese außergewöhnliche Stadt kennen zu lernen. Eine Stadtführung lohnt sich in jedem Fall; sprechen Sie uns hierauf an.

  • St. Georgs Dom

    St. Georgs Dom LimburgSt. Georgs Dom
    Der Limburger Dom, auch Georgsdom genannt, thront oberhalb der Altstadt von Limburg neben der Burg Limburg. Die hohe Lage auf den Felsen oberhalb der Lahn sorgt dafür, dass der Dom weithin sichtbar ist. Der Bau gilt heute als eine der vollendetsten Schöpfungen spätromanischer Baukunst. Es zeigen sich jedoch auch schon Elemente der Frühgotik.


    Die erste nachweisbare Kirche auf dem „Limburger Felsen" wurde vom Gaugraf des Niederlahngaus Konrad Kurzbold erbaut. Im Langhaus der heutigen Kirche finden sich noch immer die Grundrisse des ursprünglichen Baus. Das Datum der Grundsteinlegung des heutigen Doms ist nicht bekannt. Die Einweihung erfolgte 1235 durch den Trierer Erzbischof Theoderich von Wied. Der Dom ist St. Georg und Nikolaus von Myra geweiht.
    In Limburg wurde 1827 ein eigenständiges Bistum gegründet.


    Die ehemalige Stiftskirche St. Georg wurde in den Rang einer Kathedrale erhoben.


    Architektur:
    Der Dom ist eine dreischiffige Basilika, die spätromanische und frühgotische Elemente verbindet. Er verfügt über eine westliche Vorhalle und einen halbrunden Chor mit Chorgang. Der Baukörper ist reich gegliedert und aus ihm wachsen sieben Türme heraus. Die größten dieser Türme bilden mit 37 m Höhe die markante Doppelturmfassade. Der spitze Vierungsturm überragt mit einer Höhe von 66 m alle anderen Türme und bildet die Mitte des Baukörpers.


    Die Westfront ist fünfgeschossig gegliedert. Auffälliges Stilelement ist ein großes Radfenster, umgeben von acht kleinen Rosetten. Ansonsten finden sich reichhaltige Variationen an Formen und Bauelementen, wie z.B. Rund- und Spitzbogenfriese, Lisenen, Säulchen, Archivolten, Fenster und Blendbögen. Der ursprüngliche Außenputz wurde 1968 - 1972 unter Beachtung originaler Reste rekonstruiert, so daß der Dom heute wieder in leuchtend bunten Farben erstrahlt.


    Der helle Innenraum ist viergeschossig mit Arkaden, Emporen, Triforien und Obergaden gegliedert.
    Als teilweises Vorbild des Limburger Doms gilt die Kathedrale von Reims.

  • Domschatz mit Staurothek

    Domschatz mit StaurothekDomschatz mit Staurothek
    Die Limburger Staurothek ist ein in Byzanz um 945 bis 959 entstandenes Kreuzreliquiar. Eine Staurothek (aus dem Griechischen stauros = Kreuz, theke = Kiste) ist ein Behälter, in dem Partikel aus dem Kreuz Christi aufbewahrt werden.


    Die Limburger Staurothek wurde im 10. Jahrhundert von den beiden byzantinischen Kaisern Konstantin VII. Porphyrogennetos und Romanos II. gestiftet. Während des 4. Kreuzzugs verschleppte der Ritter Heinrich von Ulmen (Eifel) unter vielen anderen Stücken der byzantinischen Schatzkunst auch die Staurothek nach Deutschland. Als seine Stiftung kam das Reliquiar in das Augustinerinnenkloster Stuben bei Bremm an der Mosel. Nach der Auflösung des Klosters gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde es auf die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz gebracht, von wo es in den Besitz des Fürsten von Nassau-Weilburg gelangte. Dieser schenkte es im Jahre 1835 dem Bistum Limburg. Das außergewöhnliche Reliquiar wird heute im Dommuseum in Limburg an der Lahn aufbewahrt.


    Weitere Informationen zur Staurothek und zum Limburger Domschatz finden Sie hier.

  • Limburger Schloss

    Limburger SchlossLimburger Schloss
    Residenz der Gaugrafen und Herren von Limburg


    Seit der Merowingerzeit, spätestens um 800, hat es auf dem Limburger Felsen eine Burganlage gegeben, die als Straßensicherung an einem Lahnübergang diente. Im 9. Jahrhundert residierten dort die Gaugrafen im Auftrag der fränkischen Könige und im 10. Jahrhundert war die Anlage im Besitz der Konradiner, die 910 das St. Georgenstift, den heutigen Dom, innerhalb der Festung „Limburc“ gründeten. Ab dem 13. Jahrhundert nahm der Ostteil der Burganlage als Wohnung der Herren von Limburg schlossähnliche Züge an.


    Nach dem Aussterben der Konradiner fiel das Schloss an das Haus Isenburg und im 14. Jahrhundert an Kurtrier. Das Schloss diente als Verwaltungsmittelpunkt für Limburg und die umliegenden kurtrierischen Besitzungen. 1802 fiel es an Nassau, 1866 an Preußen und stand ab diesem Zeitpunkt in Teilen leer. 1929 brannte der spätgotische Saalbau aus und wurde 1934 und 1935 rekonstruiert.

  • Werner-Senger-Haus (Rütsche 5)

    Werner-Senger-Haus LimburgWerner-Senger-Haus (Rütsche 5)
    Gefängnis des Schinderhannes und Namensträger eines großen Limburger Stifters    


    Das "Werner-Senger-Haus" erinnert an einen wohlhabenden Limburger Kaufmann, der im Bereich des Schuhmarktes gewohnt hat und sein Vermögen im Jahr 1358 der Stadt Limburg vererbt hat, mit der Auflage, dass Kranke und Pilger immer ein Dach über dem Kopf haben. Diese Schenkung war der Grundstock einer Stiftung, die heute noch als Bürgerhospitalfonds besteht und von der Stadt verwaltet wird.


    Das Gebäude wurde Anfang des 14. Jahhunderts erstelltund hat eine der schönsten Fassaden der Limburger Altstadt. Über dem Eingang steht "Erbaut 1250". Diese Jahreszahl bezieht sich jedoch auf ein Vorgängerhaus, das 1289 abgebrannt ist. Der erhalten gebliebene Kreuzgewölbekeller heißt Schinderhanneskeller, weil in diesem Keller der in Wolfenhausen gefangengenommene Schinderhannes von 1802 bis 1803 sein Gefängnis hatte.

  • Alte Lahnbrücke

    Alte Lahnbrücke LimburgAlte Lahnbrücke

    Über diese Brücke führte der Fernhandelsweg von Antwerpen nach Byzanz mit dem Nadelöhr Limburg


    In der Fuhrmannsherberge auf dem Heumarkt in Köln stand genau angeschrieben, wie der Wagen zu beladen war, um hier in Limburg die Engstelle in der Fahrgasse passieren zu können. Für Analphabeten gab es sogar einen Durchfahrrahmen mit den entsprechenden Maßen. Trotzdem blieben viele Wagen in Limburg stecken, da die Straßen aus dieser Zeit mehr Feldwege im heutigen Sinne waren. Da die alten Planwagen ungefedert waren, verrutschte bei der Fahrt meist die Ladung und der Wagen kam dann nicht mehr durch. Dann trat die Zunft der "Sackträger" an, entlud den Wagen so, dass er passieren konnte, und belud ihn hinter der Engstelle wieder. Das soll ein sehr lukratives Geschäft gewesen sein. Diese Sackträger hießen im Volksmund "Säcker"; ein Name, der sich bis heute gehalten hat, denn er ist zum Spitznamen der Limburger geworden.